1990-2003
Der Ortsverein Marten von 1990 bis heute
- Einleitung
- Kommunalpolitische Entwicklung
- Erhalt der Martener Stadtteil-Bibliothek
- Nutzung der ehemaligen PTA-Schule
- Wohnumfeldverbesserung im Ortskern
- Gebäudesanierungen auf der Martener Bezirkssportanlage
- Gegen eine Vollanbindung des Wischlinger Wegs an die OWIIIa
- Park&Ride unter der A45-Brücke
- Veranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit
Wenngleich sich die Bilanz auch mit Blick auf den Dortmunder Vorort Marten durchaus sehen lassen kann, sind die Voraussetzungen für kommunalpolitische Arbeit auch für den SPD-Ortsverein in den 1990er Jahren nicht einfacher geworden: Insbesondere die Tatsache, dass der zum Teil erfolgreich bewältigte Strukturwandel über die Jahre zwangsläufig auch die Sozialstruktur in Dortmund verändert hat, bewirkte langfristig auch Veränderungen bzgl. des Wahlverhaltens. Absolute Mehrheiten, in früheren "Arbeiterdörfern" (wie Marten) lange an der Tagesordnung, sind heute für die Sozialdemokratie auch im Dortmunder Westen kein Selbstläufer mehr. Die Kommunalwahlen 1999 waren – wenngleich auch bundes- bzw. tagespolitische Ereignisse eine Rolle gespielt haben – letztendlich Ausdruck dieser Entwicklung: Die SPD verlor in einigen Bezirksvertretungen (u.a. Lütgendortmund) sowie im Rat ihre absoluten Mehrheiten und konnte sich mit ihrem Spitzenkandidat, dem heutigen OB Dr. Gerhard Langemeyer, erst in der Stichwahl durchsetzen. Hinzu kommt, dass sich die endgültige Bewältigung des Strukturwandels nicht zuletzt durch die Folgekosten der staatlichen Wiedervereinigung (1990), die auch Auswirkungen auf die ohnehin überlasteten Kommunen in Westdeutschland hatten, nicht eben einfacher gestaltet. Unpopuläre Sparpolitik ist auch in der Stadt Dortmund oftmals die Folge.
Die kommunalpolitische Arbeit wird auch dadurch erschwert, dass – neben einer ohnehin in Teilen der Bevölkerung vorhandenen Parteienverdrossenheit – auch die Bereitschaft junger Menschen, sich langfristig an eine Organisation zu binden, abgenommen hat. Der SPD-Ortsverein Marten versucht seit längerem, über eine Vielzahl von Veranstaltungen sowie eine intensive Öffentlichkeitsarbeit die "Nähe zum Bürger" aufrechtzuerhalten: mit Oktober-, bzw. Herbst- und Kinderfesten, öffentlichen Versammlungen (Bürgertreff), Skatturnieren, Bildungsausflügen, sowie Präsentverteilungen (zu Ostern bzw. Muttertag). Auch verschiedene Spendenaktionen sind vom Ortsverein initiiert worden; zuletzt gemeinsam mit dem ZwAR e.V..
Ohne die Unterstützung von Sponsoren hätten insbesondere größere Veranstaltungen allerdings nicht realisiert werden können. Zu besonderem Dank verpflichtet ist die Martener SPD in diesem Zusammenhang dem Ehepaar Otto und Elsbeth Schneider. Otto Schneider (1917-2002), der sich durch die Förderung von Vereinen, Kirchen und sonstigen Einrichtungen große Verdienste um den Vorort erworben hat, ist zwar nie Mitglied des Ortsvereins gewesen, war der Martener SPD allerdings nicht zuletzt vor dem Hintergrund der eigenen Familiengeschichte verbunden: Sein Vater, Peter Schneider, als Sozialdemokrat im Gewerkschaftsbereich tätig, hatte sein politisches Engagement bereits vor 1918 in Marten begonnen.
Nicht nur hinsichtlich der Jubiläumsfeier zum 100-jährigen Bestehen des Ortsvereins, sondern auch mit Blick auf zukünftige Vorhaben wird der Vorstand auf die Unterstützung privater und gewerblicher Sponsoren angewiesen sein. Zurzeit arbeitet der Ortsvereinsvorstand z.B. an der Erstauflage einer "Rocknacht", mit der vornehmlich jüngere Bürger angesprochen werden sollen.
| Abb. 50 (zum Vergrößern bitte anklicken!) |
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| Kinderfest 2002: Mit Clown Thomec lachten nicht nur die kleinen Besucher. (Bild: privat) |
Die genannten Aktivitäten sind allerdings auch ein sichtbarer Beleg dafür, dass die Martener SPD (mit ihren rund 120 Mitgliedern) auch im 100. Jahr ihres Bestehens lebendig geblieben ist. Die heute aktiven Vorstandsmitglieder stehen dabei in der Tradition einer Vielzahl von Sozialdemokraten, die sich in den vergangenen Jahrzehnten für die Entwicklung des Ortsvereins und die Verbesserung der Lebensverhältnisse in Marten engagiert haben. Diese Tradition wird auch in Zukunft Auftrag und Verpflichtung bleiben.






