Geschichte des Ortsvereins

1870-1918: Die Anfänge der Dortmunder Sozialdemokratie

Vierzig Jahre vor Gründung eines SPD-Ortsvereins in der Gemeinde Marten im Jahre 1903 hatte es in Dortmund erste Versuche gegeben, die noch junge Arbeiterbewegung als Vorläufer der späteren SPD zu etablieren. Vor 1863 hatte die Arbeiterschaft als politische Organisation keine nennenswerte Rolle gespielt. Das änderte sich erst mit der Gründung des Allgemeinen Deutschen Arbeiter-Vereins (ADAV) durch Ferdinand Lassalle am 25. März 1863. Fuß fassen konnte der ADAV in Dortmund zunächst jedoch nicht: Eine Einladung an Lassalle, die im Juli 1863 von 52 Dortmunder Sympathisanten unterzeichnet worden war, sollte die Gründung einer ADAV-Filiale vorbereiten, erwies sich aber in der Folge als wertlos; bis auf fünf übrig gebliebene Arbeiter bekannten sich die Unterzeichner später nicht mehr zu ihrer Unterschrift.

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1919-1945: Weimarer Republik und NS-Gewaltherrschaft

Nach Ende des Ersten Weltkriegs und Zusammenbruch der Monarchie boten sich für die Sozialdemokratie völlig neue Möglichkeiten, ihre Ziele in praktische Politik umzusetzen. Ein jahrzehntelanger Kampf um die Durchsetzung einer demokratischen Staatsform war gewonnen. In der Folgezeit ging es nunmehr darum, die Republik zu festigen und gegen ihre Gegner zu verteidigen. In Dortmund wurden die wichtigen politischen Positionen um die Jahreswende 1918/19 bereits von Sozialdemokraten besetzt: Der so genannte “Arbeiter- und Soldatenrat für den Wahlkreis Dortmund-Hörde”, der sich am 9. November 1918 im Zuge der Revolutionswirren konstituiert hatte, wurde dominiert von prominenten SPD-Mitgliedern wie Ernst Mehlich (Vorsitzender), Franz Klupsch, Max König, Fritz Kahl, Franz Bäumgen, Robert Umbreit, sowie dem noch jungen Fritz Henßler.

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1945-1960: Neubeginn und Entwicklung der Sozialdemokratie nach Kriegsende

Die für die gesamte Bundesrepublik nach 1949 kennzeichnende Entwicklung, die nahezu beispiellose, nach der Währungsreform (1948) eingeleitete und durch amerikanische Wirtschaftshilfe begünstigte Aufbauleistung, wirkte sich zwangsläufig auch auf die Gemeinden aus. Im gesamten Dortmunder Stadtgebiet vollzog sich ein rasanter Wiederaufbau. Der Vorort Marten erlebte in mancher Hinsicht eine Blütezeit. Letzteres hing maßgeblich mit der Einrichtung des Zentralschachtes Germania zusammen, der einen erheblichen Bevölkerungszustrom auslöste: In unmittelbarer Nähe zur Zeche entstanden nunmehr im Zuge eines umfangreichen Bauprojektes 1300 Wohnungen, diverse neue Geschäfte und weitere Kirchengemeinden. Die Entstehung der so genannten „Germania-Siedlung“ (1952) zog in der Folge auch die Gründung eines gleichnamigen SPD-Ortsvereins nach sich, womit fortan zwei SPD-Gliederungen in Marten bestanden. Die Bautätigkeiten gingen weiter: Ansiedlungen an Wischlinger Weg, Altenrathstraße und Hangeney folgten kurz darauf. Gleichzeitig erlebte der Verwaltungsbezirk Marten-Kirchlinde einen erneuten Anstieg der Einwohnerzahlen: von 19 561 (1950) auf 26 667 (1961).

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1960-1970: Die Martener SPD und die Kommunalpolitik in den 1960er Jahren

Während sich in Dortmund bereits die Folgen der Absatzeinbrüche bei Kohle und Stahl bemerkbar machten, worauf die SPD mit Oberbürgermeister Dietrich Keuning (1954-1969) an der Spitze mit Wirtschaftsförderung, Industrieansiedlungen und – nach positiver Entscheidung der Landesregierung – mit der Ansiedlung der Dortmunder Universität (1968) reagierte, war der Vorort Marten in den 60er Jahren vom Zechensterben (noch) nicht tangiert; die Zeche Germania war erst zu Beginn des folgenden Jahrzehnts vom Strukturwandel betroffen.

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1970-1990: Kommunalpolitik in Zeiten des Strukturwandels

Die Entwicklung der Stadt Dortmund ist in den 1970er und 80er Jahren, nach dem vorausgegangen Zechensterben und der sich fortsetzenden Krise in der Stahlindustrie, maßgeblich geprägt von einem tiefgreifenden Strukturwandel. Die Sozialdemokratie, bei sämtlichen Kommunalwahlen zwischen 1969 und 1989 mit absoluten Mehrheiten in ihrer Rolle bestätigt, hat diesen Modernisierungsprozess (weg von der industriellen Monostruktur) schon aufgrund der Mehrheitsverhältnisse im Rat der Stadt maßgeblich gestaltet. Die Repräsentanten der Dortmunder SPD in diesem Zeitraum heißen Günter Samtlebe (seit 1973 Nachfolger von Heinrich Sondermann im Amt des Oberbürgermeisters), Werner Zeitler (Unterbezirksvorsitzender von 1972 und 1991) sowie (in den 1980er Jahren) Horst Zeidler als Sprecher der Ratsfraktion.

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1990-2003: Der Ortsverein von 1990 bis 2003

Zu Beginn der 1990er Jahre sah sich der Ortsverein zunächst ohne eigene Vertreter in Rat und Bezirksvertretung: Klaus Köhler hatte nach zehn Jahren im Rat der Stadt auf eine erneute Kandidatur verzichtet. Sein Nachfolger wurde Volker Gottschling (aus Kley), der bei der Kommunalwahl am 1. Oktober 1989 von knapp 58 Prozent der Bürger im Wahlkreis 34 gewählt worden war. Darüber hinaus verlor die Martener SPD durch den Tod von Erich Knafla, der 1989 noch als Bezirksvertreter bestätigt worden war, und den darauffolgenden Verzicht seiner Ersatzkandidaten zwischenzeitlich auch ihren Mandatsträger in der Bezirksvertretung Lütgendortmund.

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2004-2013: Zeiten des Umbruchs – Der SPD-Ortsverein Marten-Oespel von 2004 bis 2013

Gesellschaftliches und politisches Engagement unterlag im neuen Jahrtausend einem Wandel. Viele Vereine, Verbände und Organisationen fanden und finden immer schwerer neue Menschen, die sich dauerhaft ehrenamtlich engagieren wollen. Eine steigende Zahl von Angeboten, seine Freizeit zu verbringen, aber auch die Digitalisierung unserer Gesellschaft stehen in Konkurrenz zu klassischen sozialen Netzwerken. Viele wollen sich nur kurzzeitig als Betroffene engagieren, z.B. in Bürgerinitiativen.

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Namen und Daten

Vorsitzende des Ortsvereins (seit 1945), Mitglieder des Ortsvereins im Rat der Stadt Dortmund (seit 1952), Mitglieder des Ortsvereins in der Bezirksvertretung Lütgendortmund (seit 1975)

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