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Diskussionsveranstaltung zur Sparkassen-Schließung

Martener kämpfen um ihre Sparkasse

Diskussionsveranstaltung Schließung Sparkasse, 11.04.2016Der SPD-Ortsverein Marten lud am Montag zu einer Diskussionsveranstaltung zur Schließung der Sparkassen-Filiale in der Schulte-Heuthaus-Straße im nächsten Jahr. Als Gäste kamen Andreas Grell (Marktbereichsleiter), Martin Plässer (Bereichsleiter Vertrieb Privatkunden) und Aysel Yildiz (Filialleiterin Lütgendortmund) von der Sparkasse Dortmund. Zu Beginn der Veranstaltung überreichte der Ortsvereinsvorsitzende Martin Schmitz 925 Unterschriften, die die SPD in den drei Wochen zuvor in Marten gesammelt hatte.

„Wir sind hier an einem historischen Ort. Vor rund 30 Jahren konnten wir hier die Einstellung der Straßenbahnlinie 409 verhindern“, stimmte Schmitz die Teilnehmer im gut gefüllten ZWAR-Begegnungszentrum in der ehemaligen Bismarck-Schule ein. Und die Martener kämpften um ihre Sparkasse zweieinhalb Stunden lang.

Viele Martener hatten zwar dafür Verständnis, dass die Sparkasse in der schwierigen wirtschaftlichen Lage Angebote zurückfahren müsse, dass die Martener Filiale jedoch komplett dicht gemacht werde, sei unverständlich. „Hier ist immer noch ein ganz reges Leben in dieser Filiale“, sah es eine Martenerin.

Ein anderer traf einen weiteren wunden Punkt: „Die älteren Leute werden von Ihnen im Stich gelassen.“ Bei den Anwesenden gab es zwar die Einsicht, dass die Filiale nicht zu retten sei, aber die Sparkasse müsse doch in der Lage sein, ein reduziertes Vor-Ort-Angebot bereitzustellen, sei es durch eine Teilzeitfiliale oder durch mobile Angebote wie ein Bus, der zu festen Zeiten vor Ort ist.

„In Zeiten von Enkeltricks und eines Einbruchsbooms ist es der falsche Weg, den Leuten Mitarbeiter ins Haus zu schicken“, sah SPD-Mann Schmitz das Alternativangebot eines Heimservice der Sparkasse für ältere Menschen wenig geeignet. „Vergessen Sie nicht. Wir reden hier von Ihren treuesten Kunden, die seit vielen Jahrzehnten höhere Gebühren gezahlt haben, als sie es bei anderen Banken hätten müssen.“

Die Sparkasse derweil verteidigte ihren Kurs. Andreas Grell meinte: „Wir müssen ein Geschäftsmodell entwickeln, dass langfristig Bestand hat.“ Die Sparkasse habe dennoch das dichteste Vor-Ort-Angebot aller Banken. „Wenn die Zinsen wieder steigen und die wirtschaftliche Lage sich bei Ihnen entspannt, werden sie aber auch nicht wieder die Filiale reaktivieren“, konterte Schmitz.

Neben der sinkenden Kundenfreundlichkeit wurde an dem Abend auch diskutiert, welche Auswirkungen die Sparkassen-Schließung auf den Stadtteil habe. Eine Martenerin brachte es auf den Punkt: „Zuerst wurde uns das Amt genommen, dann die Polizei, dann schloss die Post, MaVoFe gibt’s nicht mehr und die Volksbank schließt auch bald. Und jetzt noch die Sparkasse.“ SPD-Mann Schmitz appellierte an die Sparkassen-Vertreter: „Als öffentlich-rechtliche Institution hat die Sparkasse eine Verantwortung für die Entwicklung unseres Stadtteils.“ Er mahnte zudem an, dass wenn die Filiale geschlossen würde, die Sparkasse ein Auge darauf haben müsse, wer in den Leerstand einzieht. „Wir können kein weiteres Wettbüro und keine weitere Spielhalle gebrauchen.“

Am Ende des Abends überwog die Ernüchterung. Aber auch die Überzeugung, dass die Sparkasse mehr kreative Lösungen bieten müsse. Der SPD-Ortsverein Marten wolle sich mit dem aktuellen Ergebnis nicht zufriedengeben und werde sich für ein Vor-Ort-Angebot, und wenn es nur an einem Tag in der Woche ist, einsetzen.