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VRR plant: Bahnen nur noch alle 30 Minuten - SPD startet große Unterschriftenaktion

Widerstand gegen S-Bahntaktumstellung

S-Bahn S4 Marten SüdDie S-Bahnen im Ruhrgebiet sollen bald nach einem neuen Takt fahren. Das plant der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) für seine Ausschreibung der S-Bahnverkehre ab dem Jahr 2019. Am 22. Mai soll im VRR-Verwaltungsrat darüber entschieden werden. Dagegen gibt es Widerstand aus der SPD in Dortmund. Denn viele Dortmunder Vororte wären besonders negativ davon betroffen, wenn S2 und S4 zukünftig nur noch alle 30 Minuten fahren.

Der SPD-Stadtbezirk Lütgendortmund hat daher eine Unterschriftenaktion ins Leben gerufen, die seit einigen Tagen läuft. Mehrere Ortsvereine aus Huckarde, der Innenstadt und Brackel haben sich dieser Aktion angeschlossen. Mittlerweile wurden über 2000 Postkarten, die an den VRR gesendet werden können, verteilt. Rund 300 unterschriebene Karten wurden direkt vor Ort bereits eingesammelt. Die Verteilaktion wird noch bis zum 22. Mai weiterlaufen.

„Für manche Stadtteile sind die Pläne eine deutliche Verschlechterung des Angebotes. Wer aus Lütgendortmund oder Nette in die Stadt will, hat keine alternative Direktverbindung“, sagt der stellvertretende Vorsitzende des SPD-Stadtbezirks Lütgendortmund Martin Schmitz. „Es ist das falsche Signal, das vermittelt wird. In Zeiten von verstopften Autobahnen, Feinstaub, Klimawandel, aber auch steigender Fahrgastzahlen im VRR werden Angebote eingestampft anstatt sie auszubauen.“

Heute fahren die S-Bahnen im Ruhrgebiet alle 20 Minuten. Die ursprünglichen Pläne sahen vor, diesen Takt auf 30 Minuten auszudünnen. Ausnahme: Die S1 soll zwischen Dortmund und Essen in einem 15-Minuten-Takt fahren. Ziel des VRR ist die Angleichung der Takte an das System des Rhein-Ruhr-Expresses (RRX), der 2019 an den Start geht.

Auch für Umsteiger ergeben sich unter Umständen längere Fahrtzeiten. Schmitz: „Die Busse fahren überwiegend im 20-Minuten-Takt. Entweder muss man mit längeren Umstiegszeiten rechnen oder die DSW21 müsste ihr Angebot ausweiten.“ Im Herbst 2014 kalkulierte die DSW21 in einer Vorlage an den Rat der Stadt Dortmund mit 5,3 Millionen Euro Mehrkosten durch die Taktumstellung. Der Rat lehnte den VRR-Plan daher ab.

Aufgrund des Druckes aus Dortmund hat der VRR nachgebessert und will nun in den Hauptverkehrszeiten die zusätzlichen Linien S24 von Mengede nach Unna und S42 von Lütgendortmund zum Dortmunder Hauptbahnhof einsetzen, so dass in dieser Zeit ein annähernder 15-Minuten-Takt hergestellt wird.

„Das wird aber nicht den Menschen nützen, die die Linien nutzen, um einkaufen zu fahren, die mittags aus der Schule kommen oder die zur Uni fahren. Auch wer keine typischen Büroarbeitszeiten hat, kommt dann nur noch zwei Mal in der Stunde weg“, so Schmitz weiter.

Detaillierte Informationen zu den Plänen des VRR gibt es auf http://www.spd-luetgendortmund.de/s-bahn. Dort steht auch die Unterschrifts-Postkarte zum Download bereit.