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KuDeQua will multifunktionellen Raum im alten Penny

Ist das zielführend?

Im Rahmen des Programms Nordwärts wurde in Marten das Projekt KuDeQua (Quartierslabore – Kultur- und demografiesensible Entwicklung bürgerschaftlich getragener Finanzierungs- und Organisationsmodelle für gesellschaftliche Dienstleistungen im Quartier), das mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung finanziert wird, eingerichtet. Ein Projekt, bei dem es  für Außenstehende nur schwer zu verstehen ist, worum es eigentlich geht.

In dieser Woche haben die Verantwortlichen von KuDeQua mitgeteilt, dass sie im alten Penny-Gebäude in der Meile einen sogenannten multifunktionalen Raum schaffen wollen, der nach den Wünschen der beteiligten Bürgerinnen und Bürger gestaltet werden soll. Hier könnten nach Angaben des Berichts ein Café, Co-Working-Spaces, Bücherregale, ein Tresen mit Ausschank, Spiele, ein Repair-Café und Vermittlungsangebote von ärztlichen Hausbesuchen für in der Mobilität eingeschränkte Bürger*innen entstehen.

Bei vielen Akteuren, die sich im Stadtteil einsetzen, hat dieses Projekt für viele Fragezeichen und Verwunderung gesorgt. Auch wir sehen es kritisch, dass vis-a-vis des Meilensteins, der ja auch im Rahmen von Nordwärts als Treffpunkt für Initiativen im Stadtteil eingerichtet wurde, nun ein zweiter Raum entstehen soll. Und dies neben den seit vielen Jahren bekannten Einrichtungen der Kirchen, von ZWAR, dem Schulmuseum, der Bürgerschützen und dem neuen Vereinsheim von Arminia Marten und auch im Hinblick auf den bevorstehenden Ausbau des Schulmuseums, in dem ebenfalls Veranstaltungsflächen entstehen sollen.

Außerdem stellt sich uns die Frage, wer einen weiteren durch bürgerschaftliches Engagement getragenen Raum bespielen soll und wird. Wir haben berechtigte Bedenken, dass dies nach hinten losgehen könnte. Denn unendlich viel bürgerschaftliches Engagement gibt es im Stadtteil auch nicht. Und zusätzliches zu gewinnen, erfordert viel Zeit und Ressourcen.

Daher stellen wir als SPD-Ortsverein Marten schon die berechtigte Frage, ob die vielen Anstrengungen im Rahmen von Nordwärts sinnvoll und zielführend sind. Man gewinnt immer mehr das Gefühl, dass Projekte nebeneinander laufen und sich nicht ergänzen. Die Stadt Dortmund setzt mit Nordwärts fast ausschließlich auf die Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements und analysiert den Stadtteil zu Tode. Viele Menschen in Marten äußern aber immer wieder die Kritik, dass es nicht am bürgerschaftlichen Engagements, sondern am Erscheinungsbild des Stadtteils (Müll, Vandalismus, Vernachlässigung des öffentlichen Raums) liegt, dass sie sich in Marten nicht mehr so wohl fühlen, wie früher einmal.

In unseren Augen wäre es sinnvoller gewesen, das Geld anstatt in unzählige Beteiligungsformate und Analysen, die alle im Einzelnen sicherlich gut sind, in der Gänze aber aneinander vorbei agieren, lieber in die Sanierung der öffentlichen Infrastruktur zu investieren. Das Image des Stadtteils leidet nämlich genau darunter. Und dabei geht es um die sichtbare Infrastruktur, die man sieht, wenn man durch Marten fährt. Mit knapp 700.000 Euro, die KuDeQua in drei Jahren verschlingen wird, hätte man auch das Martener Ortsbild durch neue Gehwege, Straßenschilder und Straßengrün entlang der Martener Straße aufwerten können.