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Informationsveranstaltung zum Aldi-Neubau in Marten offenbart Ahnungslosigkeit des Planungsamtes und fehlende Gesprächsbereitschaft des Investors

Planloses Planungsamt – skrupelloser Investor

Die Informationsveranstaltung zum Aldi-Neubau am Donnerstag im katholischen Pfarrsaal im Sadelhof hat bei den Vertreter*innen des SPD-Ortsvereins Marten für Verärgerung gesorgt. Der Vorsitzende Martin Schmitz nimmt dazu Stellung:

„Aldi zeigte keinerlei Bereitschaft, an den Planungen etwas zu verändern und damit auf die Wünsche der Martener*innen einzugehen. Das Planungsamt zeigt sich planlos und kümmert sich nicht um die Ziele, die es selbst im Entwicklungsbericht Marten festgesetzt hat.

Mit dem Wegfall der Augenarztpraxis im Sparkassen-Gebäude verliert Marten wieder einen Teil seiner Versorgungsinfrastruktur. Doch weder Investor noch Planungsamt kümmert die augenärztliche Versorgung in Marten. Da frage ich mich, ob das Planungsamt nur noch eine Behörde ist, die schöne Pläne zeichnet und Bauanträge abnickt. Systemisches Denken über die Auswirkungen einer solchen Planung war nicht zu erkennen. Wieso kommt das Planungsamt seiner Aufgabe, die Entwicklung in dieser Stadt zu steuern, nicht nach? Wieso setzt sie den rein wirtschaftlichen Interessen des Investors keine Grenzen und macht Vorgaben, wie der Ortsteil Marten sich im Sinne des Gemeinwohls entwickeln soll?

Die Idee, den Supermarkt-Neubau mit dem Bau von Wohnraum zu kombinieren, halten wir nach wie vor für sinnvoll. Dass beides sich nicht ausschließen muss, sieht man auch an den beiden anderen Supermarktstandorten im Martener Ortskern. Dort gibt es bereits Wohnungen und Gewerbe unter einem Dach. Das sollte für ein Mischgebiet im planungsrechtlichen Sinne auch der Normalfall sein.

Erschrocken war ich über die Skrupellosigkeit des Aldi-Investors in Bezug auf die Noch-Mieter*innen im Sparkassen-Gebäude. Diese werden vor die Tür gesetzt, ohne dass bisher über einen Sozialplan im Sinne der Mieter*innen nachgedacht wurde. Passende adäquate Ersatzwohnungen zu finden, ist auf dem angespannten Wohnungsmarkt momentan sehr schwer. Auch hier wäre das Planungsamt gefordert, die Auswirkungen auf die Menschen aufzugreifen und nicht nur an die wirtschaftlichen Interessen des Investors zu denken. Wir werden das Schicksal dieser Menschen begleiten und uns für sie einsetzen.“