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Stadt und Investor veröffentlichten Verkehrsgutachten

SPD Marten lehnt Möbelhaus im Indupark weiter ab

Der Verwaltungsvorstand der Stadt Dortmund hat gestern die Gutachten für die städtebauliche Verträglichkeit möglicher Möbelhäuser an der Bornstraße in der Nordstadt und am Sorbenweg im Indupark vorgestellt. Ein Möbelhaus im Indupark wird weiterhin vom SPD-Ortsverein Dortmund-Marten abgelehnt. Hierzu nimmt der Vorsitzende Martin Schmitz Stellung:

„Das Möbelhaus wird zu mehr Verkehr am Alten Hellwg führen und das Hochwasserrisiko im Martener Ortskern erhöhen. Wir werden daher gegen eine Ansiedlung des Segmüller-Möbelhauses an diesem Standort kämpfen. Die Stadt Dortmund darf die Interessen der Anwohnerinnen und Anwohner nicht für wirtschaftliche Interessen verkaufen.

Das Gutachten GMA Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung bescheinigt zwar, dass das Straßennetz den zusätzlichen Verkehr aufnehmen könne. Es schweigt aber über Schleichverkehre über den Alten Hellweg und die daraus entstehenden zusätzlichen Verkehrs- und Umweltbelastungen für die Anwohner. Eine solche technokratische Sichtweise greift zu kurz.

Es gibt zwar ein Gutachten zur regionalen ökonomischen Verträglichkeit des Projektes, aber keines, das die Hochwassersituation aufgreift. Das Grundstück liegt unmittelbar am Oespeler Bach, der geradewegs in den Polder in Marten fließt und der im Juli 2008 nach einem Starkregen zu einer Hochwasserkatastrophe führte. Die Martener standen drei Tage lang im Wasser. Der wirtschaftliche, vor allem aber auch der psychische Schaden der Menschen war enorm.

Ein Gutachten der TU Cottbus, das im Nachlauf im Auftrag der Stadt Dortmund entstand, empfiehlt, weitere Versiegelungen im Oberlauf des Oespeler Baches zu unterlassen. Emschergenossenschaft und Stadt haben in den letzten zehn Jahren viele Millionen Euro Steuergelder für den Hochwasserschutz rund um Marten investiert. Wozu? Damit ein Wirtschaftsunternehmen nun am Oespeler Bach mit einem Betonklotz das Hochwasserrisiko wieder erhöht?“